Eine gesunde Möglichkeit

Leben Sie Ihr Leben?

Tag: Gefühle

Sich achtsam zuhören, Wege finden und Ziele erreichen

 
…eine persönliche Erfahrung…
 
Heute möchte ich Ihnen von einer besonderen Begegnung berichten – einem persönlichen Erlebnis.

Kennen Sie das Gefühl unzufrieden zu sein? Dann heißt es, das Leben in die Hand zu nehmen, sich also sein Leben genau anzusehen und zu schauen, was die Ursache für diese Unzufriedenheit ist.
Genau das habe ich getan. Ich bin in den letzten Monaten einen großen Schritt gegangen, ohne zu wissen, was passiert und wohin es gehen würde. Klar, ich hatte Ziele vor Augen, aber ich wusste nicht, ob ich meine Ziele erreichen würde oder ob ich mir nicht selbst ein Bein stelle (Forderungen/eigene Vorstellungen an den Arbeitgeber heranzutragen, ist ja immer so ein Thema für sich).

Heute muss ich sagen, dass ich stolz auf mich bin. Ich habe etwas gewagt, was viele Menschen nicht getan hätten und ich war erfolgreich. Ich habe auf meine innere Stimme gehört und meine Bedürfnisse und Wünsche vertreten. Ich bin meinen Weg erfolgreich gegangen. Das hört sich nun so einfach an, ich habe viel abgewägt, hatte große Bedenken und auch Ängste.

Ja, ich habe es geschafft! Aber irgendwie war da noch immer etwas. Nicht offensichtlich, aber irgendwo in mir schlummerte noch eine Baustelle. Diese habe ich jedoch nicht wirklich wahrgenommen und mir war nicht bewusst, wie wichtig und elementar sie für mich war.
 
Man kann Dir den Weg weisen, gehen musst Du ihn selbst (Bruce Lee).
 
Ich war der Meinung, nun sei alles so, wie ich es mir wünsche.
 
 
Und dann war da diese Begegnung:

Kaffeetrinken an einem Sonntag, eine Person war dabei, die ich noch nicht kannte und genau diese Person sollte an dem Tag mein Leben in die richtige Bahn lenken – durch eine normale Unterhaltung, Fragestellungen und Anmerkungen.

Es dauerte nicht lange, wir sprachen über mich – da waren wir bei einem Thema angelangt, was mich emotional aus der Bahn warf. Ich war sehr berührt und betroffen, da stieg etwas in mir hoch, was wohl schon lange heraus wollte.
 
Kennen Sie das, dass Ihnen bewusst wird, etwas ändern zu müssen und zwar am besten “gestern”, Sie aber keinen Weg sehen!? Ihnen ist klar, dass jemand gerade ein Thema (Ihr Thema) angerissen hat, was sie seit langer Zeit unbewusst mit sich führen, was Ihre Unzufriedenheit und Anspannung nährt.
Sie wissen es, Sie wissen es schon lange, verdrängen es jedoch die ganze Zeit, weil Sie keinen Ausweg gesehen haben, Ihnen vielleicht die Mittel fehlen.

Genau so ging es mir. Es war erschreckend. Ich hatte doch gerade erst ein elementares Thema angefasst und erfolgreich bearbeitet und dann…. das Nächste und hier gab es keinen Ausweg – mir fehlten die Mittel und ich habe in dem Moment das erste Mal gefühlt, wie wichtig es ist, diese Baustelle sofort angehen zu müssen – SOFORT! Ich würde sonst nicht zur Ruhe kommen können, keine Entspannung finden – nur der bereits erfolgreich gegangene Schritt würde nicht ausreichen, um meine Zufriedenheit wieder herzustellen – wovon ich bin zum Kaffeetrinken ausgegangen war.
Es ist ein “gemeiner” und entscheidender Moment: dieses zu erkennen. Jemanden vor sich sitzen zu haben, der einem dann vermittelt, dass man nur daran glauben muss, sich dafür öffnen müsste, dann würde es eine Lösung geben – so jemanden konnte ich in dem Moment nicht gebrauchen, denn ich wusste: ES GAB KEINE LÖSUNG!
 
Sie kennen sicher Motivationssprüche dieser Art, ich liebe diese Sprüche übrigens. An Ihnen ist viel Wahres. Aber in dem Moment: “Nein!” – in meinem Fall traf das nicht zu: “Man muss nur daran glauben, sich für eine Lösung öffnen.”.
Und soll ich Ihnen etwas sagen? Ich bin dieser Person zutiefst dankbar. Und irgendwie habe ich Ihr auch, obwohl ich sie kaum kannte, vertraut. Sie hat mir so glaubhaft vermittelt, dass es – auch wenn ich keinen Weg sehe – einen Weg gibt.
 
Manchmal ist es besser zu handeln, als etwas nicht anzupacken, weil keine Lösung nicht in Sicht ist.
 
Es sind nicht die Bedingungen, die Dein Schicksal bestimmen, sondern Deine Entscheidungen.

 
Ab dem Zeitpunkt wusste ich, dass ich etwas ändern MUSS. Dieses Bedürfnis und Gefühl war so stark, dass ich bereits eine Stunde später die Lösung gesehen habe, ich wusste nicht, wie ich dort hinkommen sollte. Aber das Ziel stand fest: ich habe es klar vor meinen Augen gesehen. Das war Sonntag.
Ich konnte nicht schlafen, Gedanken kreisten. Ich habe Papiere gewälzt… bin gedanklich Wege durchgegangen, habe mich in Situationen gesehen, die für mich normalerweise nie in Frage kommen würden, nur um diesen Schritt bewältigen zu können, der so elementar war – noch viel elementarer als die Änderungen an meinem Arbeitsplatz.

Die nächsten Tage drehten sich nur um dieses Thema, stundenlang habe ich Wege und Optionen ausgemacht. Und soll ich Ihnen etwas sagen?! Es sollte so sein…
Ich bin auf Menschen getroffen, die mich nicht kannten – dank der Person vom Kaffeetrinken. Diese sind mir so sehr entgegengekommen, dass am Mittwoch (3 Tage später) der Weg gebahnt war. Besiegelt mit einer Unterschrift. Die Lösung ist nun zum Greifen nahe, der Weg ist vorhanden. Und die Lösung sieht in Wirklichkeit genau so aus, wie ich sie vor Augen hatte – das war wie im Fernsehen ;-)

Das alles ist gute 3 Wochen her. Klar, ich habe noch viele Stunden damit verbracht, um den Weg zu ebnen, damit alles reibungslos läuft. Nun bin ich den Weg innerhalb dieser Tage bereits zu 90% gegangen, die letzten 10% kann ich erst im Dezember gehen. Ich freue mich riesig.
 
Danke… für dieses besondere Kaffeetrinken, danke, dass ich dieser Person begegnen und sie vor allem kennenlernen durfte. Dieses Gefühl von Zufriedenheit und Wohlbefinden ist einmalig, ich bin sehr erleichtert. Danke für die Menschen, die mich bei diesem Schritt unterstützt haben und weiterhin unterstützen.
 
Zwei große Schritte innerhalb einiger Wochen – Schritte, die ich vielleicht hätte eher gehen sollen… Vorher war jedoch noch nicht der richtige Zeitpunkt. Heute bin ich froh, dass es so abgelaufen ist. Es sollte so sein.
 
 
Heute möchte ich Ihnen auf diesem Weg sagen:

Hören Sie auf Ihre innere Stimme, auch wenn sie noch so leise ist. Nehmen Sie sich Zeit für diese Stimme, die Sie vielleicht noch nicht richtig verstehen können. Es lohnt sich.
Und “ja”… Lassen Sie Gedanken und Gefühle zu, auch wenn Sie unmöglich scheinen. Glauben Sie an Wege und Optionen und öffnen Sie sich. Ich habe es so eindrucksvoll erleben dürfen und hoffe Ihnen damit auch Mut für Ihre Schritte machen zu können.
 
Ich vertraue mir, ich höre mir zu, ich finde Wege und Lösungen.
 
 
Auf ein noch schöneres, erfülltes und achtsames Leben,
Ihre Sarah Backes
 
 
PS. Ich freue mich auf Ihre Kommentare. In dem Artikel habe ich aus persönlichen Gründen nur verallgemeinert Informationen preisgeben können. Gerne beantworte ich Ihre Fragen, falls einige entstehen.
 

Leben, Lieben, Lachen…


 

 
 
Unsere Hauptaufgabe ist es nicht, zu sehen, was in vager Ferne liegt,
sondern das zu tun, was das Naheliegende ist…
 
Ein erfülltes Leben wünsche ich Ihnen,
Ihre Sarah Backes
 
 

Die zehn Geheimnisse des Glücks


 
Glück! Ich denke, dass wir alle glücklich sein möchten und nach Glück streben bzw. suchen?
Aber wo finden wir Glück? Warum ist das mit dem “Glücklichsein” nicht immer so leicht?
 
Letztendlich finden wir “Glück” in uns selbst ;-)
 
 
Ich habe mir vor ein paar Wochen ein Buch bestellt – für 5€ – mit dem Titel: “Die zehn Geheimnisse des Glücks”. Ich habe mir gedacht, dass ich damit nichts falsch machen kann – für den Preis – ein gebundenes Buch mit 176 Seiten und vielen positiven Bewertungen.
 
Ich habe es in einem durchgelesen und war und bin auch heute noch begeistert, daher möchte ich Ihnen dieses Buch heute ans Herz legen:

Ein Buch, welches…

  • in 10 Kapiteln und sehr anschaulich beschreibt, was Glück ausmacht und wie man glücklich sein kann
  • mich berührt und bewegt hat
  • ich in Zukunft häufiger verschenken werde
  • ich immer mal wieder zur Hand nehme.

 
Die zehn Geheimnisse des Glücks von Adam Jackson

“Glück finden in jedem Augenblick.

Glück bedeutet, sich über das Leben zu freuen, zu staunen, zu schmunzeln, zufrieden zu sein. In welcher Situation auch immer wir uns befinden mögen – wir können glücklich sein.

Die zehn Geheimnisse des Glücks führen uns vor Augen, wie wir über persönliche Krisen siegen und unser Glück finden können.”
 
 
Viel Freude mit diesem lesenswerten Buch, welches man auch sehr gut verschenken kann :-) !
 
 
Zu “Ihrem Glück”:

 
Schöne Grüße,
Ihre Sarah Backes
 

Neujahrswünsche

 
Wünsche zum neuen Jahr

Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit
Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass
Ein bisschen mehr Wahrheit – das wäre was

Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh
Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du
Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut
Und Kraft zum Handeln – das wäre gut

In Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht
Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht
Und viel mehr Blumen, solange es geht
Nicht erst an Gräbern – da blühn sie zu spät

Ziel sei der Friede des Herzens
Besseres weiß ich nicht

 
Gedicht zum neuen Jahr aus “Mein Lied” von Peter Rosegger
 
 
Mir hat dieses Gedicht sehr gefallen und
vor allem ist es sehr aussagekräftig!
Ich möchte diesen Zeilen gar nicht viel mehr Worte folgen lassen, als dass ich Ihnen all’ dieses Wünsche!
 
 
Ergänzen möchte ich noch, dass ich Ihnen auf dem Weg Ihre Ziele zu erreichen, viel Energie, Kraft, Durchhaltevermögen und Erfolg wünsche. Mögen Gesundheit, Vitalität und Freude 2012 stets Ihr Begleiter sein! Und vergessen Sie nicht, sich Zeit für sich und Ihre Lieben zu nehmen – Leben Sie Ihr Leben…
 
Einen Guten Rutsch und ein Frohes Neues Jahr wünscht Ihnen

Ihre Sarah Backes
 

Im Dunkeln munkeln

Ja, Sie haben richtig gelesen, ich habe mich nicht verschrieben. Ich habe gestern “im Dunkeln gemunkelt” und es war klasse.

Ich bin mit Freunden in der Dunkelheit durch den Wildpark gegangen. Die Wege waren mit Fackeln oder Feuerkörben beleuchtet. Es gab die Möglichkeit eine Kleinigkeit zu essen und einen Glühwein, Punsch oder z.B. Kakao zu trinken. Bunte Gestalten mit Zipfelmützen und viele Kinder bereicherten das Bild.

Wir konnten die Tiere im Dunkeln beobachten, den Geräuschen der Nacht und der Tiere lauschen und all das in herrlicher Atmosphäre. Wenn ich heute daran zurückdenke, habe ich ein Lächeln im Gesicht und weiß, dass ich so etwas viel häufiger machen muss.

Diese Dunkel-Munkel-Nacht war für Kinder ausgerichtet (als Zielgruppe), aber so liebevoll und mit vielen kleinen Details, dass sie auch für Erwachsene lohnenswert war. Ich habe mich in die Kindheit zurückversetzt gefühlt, wobei mich auch die Unbeschwertheit der Kindheit eingeholt hat. Dabei war es schön, sich an so viele kleinen und einfachen Dingen zu erfreuen.

Es war irgendwie aufregend und zugleich auch beschaulich sich im Dunkeln in dieser Atmosphäre zu bewegen. Das Nachtleben der Tiere zu verfolgen war einmalig und zeitgleich dem Knistern des Feuerkorbes zu lauschen, der uns wärmte und uns davor bewahrt hat, nicht sofort wieder nach Hause zu fahren (-1°C).

Der Wald war teilweise mit floureszierender Dekoration geschmuckt, wobei mir das auf dem Foto abgebildete Herz besser gefallen hat, da es mit so einfachen Mitteln hergestellt wurde. Am Wegesrand wurde die Dunkelheit durch musizierende Elfen untermalt, die am Rande eines Gewässers – ganz in der Nähe des Wunschbaumes – standen.

Ja, es gab einen Wunschbaum. Ich war ein wenig hin- und hergerissen, aber eigentlich war die Entscheidung schnell getroffen. Auch ich wollte einen Wunsch am Wunschbaum hinterlassen. Im Kopf war der Wunsch sofort und nach kurzem Zögern auch notiert. Durch das konkrete Formulieren bekomme ich, wie ich immer wieder feststelle, einen engeren Bezug zu meinem Wunsch. Nun hängt mein Wunsch mit vielen anderen am Wunschbaum… Und ich glaube fest daran, dass er in Erfüllung geht…

Ist es nicht so, dass wir viel zu sehr in unseren Gewohnheiten gefangen sind? Gehen Sie einmal andere Wege, machen Sie etwas Neues oder “Verrücktes”. Sie werden davon profitieren und so wie ich heute mit einem Lächeln an Ihr Erlebnis denken.

Ich habe übrigens gleich heute meinen Vorsatz fortgeführt. Ich liebe das Rascheln des Laubes. Mit dem Fahrrad habe ich es dieses Jahr schon häufiger genossen.
Heute bin ich zu Fuß durch das Laub “geraschelt”, habe die Füße bewusst nicht angehoben und habe seit vielen Jahren endlich mal wieder das Laub in die Hände genommen und wie als kleines Mädchen in die Luft geworfen :-) … Es hat sich so gut angefühlt, dass ich es auf jeden Fall wiederholen werde…

Ich werde ab heute häufiger aus dem Alltag und meinen Gewohnheiten ausbrechen, auf meine innere Stimme hören und öfter “verrückte” Dinge tun – ich werde noch bewusster Leben und mich über mein Leben und die vielen kleinen Dinge freuen.

Schöne Grüße,
Ihre Sarah Backes

 

Der Suchende

 
Gestern ist mir eine Geschichte begegnet, die ich mit Ihnen teilen möchte. Sie hat mir besonders gefallen. Ich wünsche Ihnen viel Freude mit den folgenden Zeilen und freue mich über Kommentare…
 
 
Der Suchende

Dies ist die Geschichte eines Mannes, den ich als Suchenden bezeichnen würde.

Ein Suchender ist jemand, der sucht, nicht unbedingt jemand, der findet.

Auch ist es nicht unbedingt jemand, der weiß, wonach er sucht. Es ist schlicht und einfach jemand, für den das Leben eine Suche ist.

Eines Tages spürte der Suchende den Drang, nach Kammir zu gehen. Er hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, mit solchen Eingebungen, die von irgendwoher aus seinem Inneren kamen, nicht lange zu fackeln und ihnen einfach zu folgen. Er ließ also alles stehen und liegen und machte sich auf den Weg.

Nach zwei Tagesmärschen über staubige Wege sah er in der Ferne Kammir liegen. Kurz vor dem Dorfeingang fiel ihm am rechten Wegesrand ein Hügel auf. Er war von einem wunderschönen Grün überzogen, und Bäume, Vögel und zauberhafte Blumen gab es dort in unendlicher Zahl. Rings um den Hügel zog sich ein niedriger polierter Holzzaun.

Ein Bronzetor lud ein zum Eintreten.

Sofort war das Dorf vergessen, und er gab der Versuchung nach, sich einen Moment an diesem Ort auszuruhen.

Der Suchende durchschritt das Tor und begann langsam zwischen den weißen Steinen umherzuspazieren, die verstreut zwischen den Bäumen standen.

Er ließ seine Augen wie Schmetterlinge auf jedem Detail dieses frabenprächtigen Paradieses ruhen.

Seine Augen waren die eines Suchenden, und vielleicht erkannte er deshalb auf einem Stein jene Inschrift:

Abdul Tareg, lebte 8 Jahre, 6 Monate, 2 Wochen und 3 Tage

Er erschrak ein wenig, als er merkte, daß der Stein nicht einfach nur ein Stein, sondern ein Grabstein war.

Es schmerzte ihn, zu erfahren, daß ein so junges Menschenkind an diesem Ort begraben lag.

Als er sich weiter umschaute, bemerkte der Mann, daß auch der nächste Stein eine Inschrift trug. Er trat an ihn heran und las:

Yamir Kalib, lebte 5 Jahre, 8 Monate und 3 Wochen

Der Suchende zeigte sich zutiefst erschüttert.

Dieser hübsche Ort war ein Friedhof, und jeder Stein war ein Grab.

Nach und nach begann er die einzelnen Grabsteine zu entziffern.

Alle hatten sie ähnliche Inschriften: einen Namen, und die genaue Lebenszeit des Toten.

Was ihn aber derart in Schrecken versetzte, war die Tatsache, dass der älteste von ihnen kaum länger als elf Jahre gelebt hatte.

Von unendlichem Schmerz überwältigt setze er sich nieder und weinte.

Der Friedhöfswärter kam des Weges und trat auf ihn zu.

Er sah eine Weile still beim Weinen zu und fragte ihn dann, ob er um einen Familienangehörigen trauere.

“Nein, kein Angehöriger”, sagte der Suchende. “Aber was ist nur in diesem Dorf geschehen? Von welchem Schrecken wurde dieser Ort heimgesucht? Warum liegen hier so viele Kinder begraben? Was für ein böser Fluch lastet auf diesen Menschen, daß sie einen Kinderfriedhof haben errichten müssen?”

Der Alte lächelte und sagte: “Beruhigen Sie sich. Es gibt keinen Fluch. Wir haben hier einen alten Brauch. Ich werde Ihnen davon erzählen:

Wenn ein Jugendlicher fünfzehn Jahre alt wird, schenken ihm seine Eltern ein kleines Heftchen, so wie dieses, das ich hier trage, und das hängt er sich um den Hals. Unser Brauch ist es, daß von diesem Moment an jeder Augenblick, in dem etwas Schönes widerfährt, in diesem Büchlein festgehalten wird.

Links wird aufgeschrieben, was uns so glücklich gemacht hat.

Und Rechts, wie lang das Glück gedauert hat.

Seine künftige Braut kennengelernt und sich in sie verliebt zu haben. Wie lange dauert die große Leidenschaft, wie lang währt dieses Glück? Eine Woche? Zwei? Dreieinhalb?

Und dann der erste Kuß, wie lange hält der große Zauber an? Eineinhalb Minuten, solange wie der Kuß? Zwei Tage? Eine Woche?

Schwanger zu werden und das erste Kind zur Welt bringen?

Und die Hochzeit der Freunde?

Die lang ersehnte Traumreise?

Und das erste Wiedersehen mit dem Bruder nach seiner Rückkehr aus einem fernen Land?

Wie lange dauert die Freude über diese Momente? Stunden? Tage?

Und so halten wir jeden freudvollen Augenblick in diesem Büchlein fest. Jeden einzelnen.

Und wenn jemand stirbt,
so ist es der Brauch,
sein Büchlein aufzuschlagen
und die Glücksmomente zusammenzurechnen,
um das Ergebnis auf sein Grab zu schreiben.

Denn für uns ist einzig und allein dies die wirklich gelebte Zeit.
 
 
Jorge Bucay, „Geschichten zum Nachdenken“, Ammann Verlag, 2006

Wie ein Kind lernt

Ein Kind beginnt zu lernen, wenn es seine Finger und Zehen bewegt und sich dessen bewusst wird. Es nimmt die Gewohnheiten und Haltungen der Menschen in seiner Umgebung an und setzt sich mit seiner eigenen Umwelt auseinander. So lernt ein Kind mehr durch Versuche als durch Irrtum, mehr durch Freude als durch Schmerz, mehr durch eigene Erfahrung als durch das, was wir ihm vorschlagen und sagen, und mehr durch Hinweise als durch Anweisungen. So lernt ein Kind durch Zuneigung, durch Liebe, durch Geduld, durch Verständnis, durch das Gefühl der Zugehörigkeit, durch Tun und durch Sein.
Täglich lernt das Kind ein wenig von dem kennen, was du weißt, und wird ein wenig bereichert durch das, was du denkst und begreifst. Was Du träumst und glaubst, überträgt sich auf das Kind. So wie du deutlich oder verschwommen wahrnimmst, klar oder verworren denkst, töricht oder weise glaubst, trübe oder goldene Träume hast, so wie Du lügst oder die Wahrheit sagst, so lernt ein Kind.

in wörtlicher Übersetzung: Büro der Schulinspektion, Erziehungsministerium des Staates New York

Ich finde diese Zeilen sehr aussagekräftig, sie verraten so viel über das Leben, denn das Leben besteht aus “Lernen” (Foto: heute würde ich die Größe eines Fisches vermutlich anders zeigen).

Viel Freude damit,
Ihre Sarah Backes

Lernen ist die größte Freude, weil jedes Mal, wenn man etwas gelernt hat, etwas Neues wird. Man kann nichts lernen, ohne alles, was man ist, zu dem Erlernten in Beziehung zu setzen.

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